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Juli 2026
Werbe- und Marketinglizenz in Dubai: Was seit 2026 wirklich gilt

Seit Dezember 2025 reguliert die National Media Authority auch Freezone-Firmen, seit Februar 2026 gilt zusätzlich das NMA Advertiser Permit für Agenturen und Content-Creator. Was für Marketing- und Werbeagenturen in Dubai wirklich gilt – und was nicht.
Wer eine Marketing- oder Werbeagentur in Dubai gründen will, stösst schnell auf eine Frage, die auf den ersten Blick einfach klingt, es aber nicht ist: welche Lizenz brauche ich eigentlich genau, und gelten die neuen Werberegeln überhaupt für mich. Seit Ende 2025 hat sich hier einiges verändert. Wer sich auf veraltete oder zu pauschale Informationen verlässt, läuft Gefahr, entweder mit der falschen Aktivität zu starten, oder sich unnötig Sorgen über Pflichten zu machen, die im eigenen Fall gar nicht greifen.
Marketing und Media: fast überall möglich, keine Sonderzone nötig
Ein Punkt wird in vielen Ratgebern übersehen. Marketing als Aktivität ist etwas anderes als Media. Marketingstrategie, digitales Marketing, SEO oder Social-Media-Beratung sind sehr generische Dienstleistungsaktivitäten und in praktisch jeder Freezone möglich.
Was viele nicht erwarten: Das gilt auch für die engere Media-Aktivität, also wenn eine Firma tatsächlich Werbeinhalte oder Content für Kunden produziert, publiziert oder eine Kampagne technisch umsetzt. Auch dafür ist man nicht auf eine einzelne Sonderzone angewiesen, die passende Aktivität lässt sich in praktisch jeder Freezone lizenzieren. Es gibt ein bis zwei Freezones, die sich stark auf die Medienbranche spezialisiert haben und dort ein entsprechendes Ökosystem bieten, eigene Studios, Nachbarschaft zu anderen Medienfirmen, ein bestehendes Branchennetzwerk. Das ist aber eine Frage von Infrastruktur und Umfeld, keine rechtliche Pflicht.
Wer dieses Ökosystem nicht konkret braucht, kann für dieselbe Tätigkeit oft auch eine deutlich günstigere, allgemeine Freezone wählen. Die spezialisierten Zonen sind in der Praxis eher nicht günstiger, teilweise sogar teurer. Die Kosten insgesamt bewegen sich grob zwischen AED 12'000 und 30'000 pro Jahr, abhängig von der gewählten Freezone, den genauen Aktivitäten und ob zusätzliche Leistungen wie Visa-Kontingente enthalten sind. Welche Freezone am Ende passt, sollte sich also am tatsächlichen Geschäftsmodell orientieren und daran, ob ein spezialisiertes Branchenumfeld wirklich gebraucht wird, nicht an der Annahme, für Media-Aktivitäten sei automatisch eine Sonderzone Pflicht.
Die National Media Authority regelt seit Dezember 2025 alles
Seit dem 18. Dezember 2025 gibt es die National Media Authority, kurz NMA. Sie hat die bisherigen Aufsichtsstellen abgelöst und ist seither für sämtliche Medien- und Werbeaktivitäten in den VAE zuständig, ausdrücklich auch für Firmen in Freezones. Das ist der eigentlich wichtige Punkt: eine frühere Grauzone, ob Freezone-Unternehmen überhaupt der föderalen Medienaufsicht unterliegen, ist damit geklärt. Sie unterliegen ihr.
Seit Februar 2026 zusätzlich: das NMA Advertiser Permit, aber nicht für alle
Seit dem 1. Februar 2026 kommt eine weitere Pflicht dazu, die viele Gründer bisher schlicht noch nicht kennen, und die gleichzeitig häufig missverstanden wird. Ein eigenes NMA Advertiser Permit brauchen vor allem Content-Creator und Influencer, die Werbeinhalte veröffentlichen, sowie Agenturen, die Kampagnen für Kunden produzieren. Für in den VAE Ansässige ist das Permit in den ersten drei Jahren kostenlos, danach werden AED 1'000 pro Jahr fällig.
Wichtig für alle, die einfach nur ihr eigenes Unternehmen betreiben: Wer ausschliesslich die eigenen Produkte oder Dienstleistungen über eigene Kanäle bewirbt, braucht dieses Permit in der Regel nicht, solange eine gültige Gewerbe- oder Freelance-Lizenz für genau dieses Geschäft vorliegt. Ein Restaurant, das auf seinem eigenen Instagram-Account für sein eigenes Menü wirbt, fällt also grundsätzlich nicht unter die Permit-Pflicht. Die Ausnahme ist aber eng gefasst und endet sofort, sobald für Dritte oder andere Marken geworben wird, auch bei Gratis-Produkten oder Tauschgeschäften statt Bezahlung, das zählt bereits als Vergütung.
Für Agenturen gilt ausserdem: Das Permit ist personen- beziehungsweise unternehmensgebunden. Man kann sich nicht darauf verlassen, dass der eigene Kunde bereits ein Permit besitzt, sondern braucht für die eigene Kampagnenarbeit ein eigenständiges.
Welche Struktur wählen Content-Creator und Influencer meistens?
Neben der Permit-Frage stellt sich für Content-Creator und Influencer noch eine zweite Frage: über welche Struktur die eigene Tätigkeit überhaupt läuft. Dafür gibt es in der Praxis zwei typische Wege.
Der erste und bei Einzelpersonen häufigere Weg ist eine Freelance Permit. Das ist keine eigene Firma, sondern eine individuelle Genehmigung, mit der man als Einzelperson selbstständig tätig sein darf. Angeboten wird das über mehrere spezialisierte Freezones, die genau auf diese Art von Einzeltätigkeit ausgerichtet sind.
Der zweite Weg ist eine eigene Freezone-Firma, wie sie oben für Marketing- und Media-Aktivitäten allgemein beschrieben ist. Das lohnt sich vor allem, sobald mehrere Marken oder Aktivitäten unter einer Struktur laufen sollen, ein Team dazukommt oder mehrere Visa gebraucht werden, etwa weil aus der Einzelperson eine kleine Agentur wird.
Was die jeweilige Struktur kostet, hängt stark von der gewählten Freezone, der genauen Aktivität und davon ab, ob zusätzliche Leistungen wie Visa-Kontingente eingeschlossen sind. Pauschale Zahlen helfen hier wenig. Das klären wir gerne im persönlichen Gespräch, abgestimmt auf dein konkretes Vorhaben.
Wichtig dabei: Beide Wege regeln nur, dass die Tätigkeit als solche legal ausgeübt werden darf. Ob zusätzlich ein NMA Advertiser Permit nötig ist, hängt wie oben beschrieben nicht davon ab, ob man über eine Freelance Permit oder eine eigene Freezone-Firma arbeitet, sondern ausschliesslich davon, ob für Dritte geworben wird oder nicht. Weder die Freelance Permit noch die Freezone-Firma ersetzt das Advertiser Permit.
Was bei Verstössen droht
Das zugrunde liegende Mediengesetz sieht für Verstösse gegen die Medien- und Werberegulierung Bussgelder vor, die je nach Schwere und Wiederholung in den Bereich von ein bis zwei Millionen AED reichen können. Das zeigt vor allem eines: das Thema Lizenzierung und Permit-Pflicht bei Werbe- und Marketingaktivität ist kein administratives Detail, sondern etwas, das man von Anfang an sauber einordnen sollte, auch wenn im eigenen Fall am Ende vielleicht gar keine Permit-Pflicht besteht.
Die häufigsten Fehler in der Praxis
Drei Stolpersteine tauchen laut Fachquellen immer wieder auf. Der erste ist die falsche Aktivität bei der Lizenz, etwa eine allgemeine Handelslizenz, die Werbedienstleistungen gar nicht abdeckt. Der zweite ist die Annahme, für Werbe- oder Medienarbeit sei automatisch eine spezialisierte Sonderzone Pflicht, und dadurch eine unnötig teure Freezone gewählt, obwohl dieselbe Aktivität auch woanders möglich gewesen wäre. Der dritte betrifft das NMA Permit selbst, und zwar in beide Richtungen: manche vergessen es, obwohl sie es als Agentur oder Content-Creator bräuchten, andere gehen unnötig davon aus, es zu brauchen, obwohl ihre reine Eigenwerbung eigentlich ausgenommen wäre.
Auf unserer Website findest du eine Übersicht zu Aktivitäten, Ablauf und Kosten der Marketing-Lizenz in Dubai. Wenn du unsicher bist, welche Lizenz zu deinem konkreten Geschäftsmodell passt und ob das NMA Advertiser Permit in deinem Fall überhaupt relevant ist, schauen wir uns das gerne unverbindlich mit dir an. Kein Verkaufsdruck, keine versteckten Kosten.
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